Fördergelder für Projekt „NanoBact“ – neue Produkte für gesunde Zähne

cc-NanoBioNet, Deutschlands größtes Netzwerk für Nano- und Biotechnologie, hat erneut beträchtliche Fördermittel des Bundes eingeworben. Die ZIM-Förderung (ZIM = Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) stellt den Projektpartnern des neuen Projekts „NanoBact“ fast eine Million Euro zur Verfügung. Ziel ist die Entwicklung verschiedener neuer Medizinprodukte zur Vorbeugung und Therapie von Parodontitis, darunter auch ein neuartiges Kaugummi. Bei „NanoBact“ kooperieren namhafte Forschungsinstitutionen wie die Klinik für Zahnerhaltung der Uniklinik Homburg sowie der Pharmakonzern Merck. Weitere Kooperationspartner sind Pharmbiotec, Phast, MJR Pharmjet und Pharmacelsus aus dem Saarland und Formula aus Berlin.

Es ist bereits das vierte Projekt, mit dem cc-NanoBioNet seine Mitglieder mit Fördergeldern versorgt. Damit hat das saarländische Netzwerk die bisher eingeworbene Fördersumme nahezu verdoppelt. Die Bewilligung einer so hohen Fördersumme ist ein großer Beweis für die vielversprechenden Aussichten der zu entwickelnden Produkte.

Die Idee zum Projekt mit dem ausformulierten Titel: „Nanomedizin für ein gezieltes Management von bakteriellen Biofilmen in der Mundhöhle“, basiert auf der Tatsache, dass trotz hochentwickelter medizinischer Diagnose- und Prophylaxemöglichkeiten 60 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung unter Parodontitis leiden. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Zahl der Erkrankten weiter. Parodontitis kann im schlimmsten Fall zu einer irreversiblen Zerstörung von Zähnen und Zahnfleisch führen. Grund für die Erkrankung ist oftmals die Bildung eines sogenannten Biofilms, der sich auf den Zähnen oder in den Zahnfleischtaschen ablegen kann. Dieser Biofilm enthält Bakterien und lässt sich weder mechanisch noch durch Gabe von Antibiotika zuverlässig unterdrücken. Der Ansatz des neuen Projekts liegt einerseits in der Entwicklung eines Kaugummis, der die Biofilmbildung in der Mundhöhle langfristig und kontrolliert reduzieren soll, ohne die physiologische Mundflora zu zerstören (= Prophylaxe). Andererseits geht es um ein elektrogesponnenes Vlies aus biokompatiblen Polymeren, das als Träger antimikrobieller Wirkstoffe dienen soll. Dieses Vlies kann auf die Wangenschleimhaut oder in die Zahnfleischtaschen eingelegt werden und dort kontinuierlich antimikrobielle Wirkstoffe abgeben.